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Lebensmittelhersteller Samworth Brothers nach Verbrühungen zweier Beschäftigter wegen unzureichender Absperrung zu Geldstrafe verurteilt

Monteur voert onderhoud uit aan roestvrijstalen procesapparatuur

Vorfall

Zwei Beschäftigte – ein Mitarbeiter von Samworth Brothers Ltd und ein Fremdfirmenmitarbeiter – erlitten Verbrennungen bei Wartungsarbeiten an Dampfleitungen im Kesselraum der Kettleby-Foods-Fabrik in Melton Mowbray, Vereinigtes Königreich. Samworth Brothers ist unter anderem Eigentümer der Marken Ginsters, Soreen und West Cornwall Pasty Co. Die beiden Männer sollten eine undichte Dichtung an einem Absperrventil der Dampfleitung austauschen und waren dafür auf ein unzureichendes Podest (Gantry) oberhalb des Kessels gestiegen. Beim Entfernen der Dichtung spritzte heißes Wasser über sie. Ein Beschäftigter erlitt Verbrennungen an 4-5 % der Körperoberfläche, der andere Verbrennungen zweiten Grades an 9 % der Körperoberfläche. Beide Betroffenen mussten medizinisch behandelt werden.

Feststellungen

Die britische Arbeitsschutzbehörde (Health and Safety Executive, HSE) stellte fest, dass Samworth Brothers die Wartungsaufgabe nicht gefährdungsbeurteilt, kein sicheres Arbeitsverfahren dokumentiert, die Dampfleitung nicht korrekt isoliert und abgesperrt («lock-off»), trotz der Arbeit in der Höhe keinen angemessenen Absturzschutz bereitgestellt und keine ausreichende Aufsicht organisiert hatte. Damit versagte das Unternehmen auf nahezu jeder Ebene der klassischen Sicherheitshierarchie – von der Planung über die Ausführung bis zur Aufsicht. Das Unternehmen bekannte sich eines Verstoßes gegen Section 2 des Health and Safety at Work etc. Act 1974 schuldig, der Arbeitgeber verpflichtet, die Gesundheit, Sicherheit und das Wohlergehen ihrer Beschäftigten so weit wie vernünftigerweise durchführbar zu gewährleisten. Das Gericht (Birmingham Magistrates‘ Court, 4. September 2026) bezeichnete den Vorfall als „vollständig vermeidbar“; ein HSE-Inspektor erklärte, „ein Unternehmen dieser Größe hätte es besser wissen müssen“.

Empfehlungen

Das Urteil und die begleitende HSE-Erklärung betonen, dass Wartungsarbeiten an druckbeaufschlagten Rohrleitungssystemen stets einer vorherigen Gefährdungsbeurteilung bedürfen, mit einem dokumentierten sicheren Arbeitsverfahren, korrekter Isolierung/Absperrung der Leitungen vor Arbeitsbeginn, geeignetem Absturzschutz bei Höhenarbeit und aktiver Aufsicht während der Durchführung. Diese Lehre ist für EHS-Fachleute weltweit relevant: Wartungsarbeiten an Dampf- und Druckleitungen bleiben unabhängig von der Rechtsordnung eine wiederkehrende Ursache schwerer Verletzungen in der Lebensmittelindustrie und darüber hinaus – gerade weil sie oft als Routineaufgabe betrachtet werden, obwohl die zugrunde liegenden Energiequellen (Druck, Hitze) so lange gefährlich bleiben, bis sie formal isoliert sind. Ein provisorisches oder unzureichendes Podest, wie hier verwendet, ist ein bekanntes Risiko bei Höhenarbeit und verdient in jeder Gefährdungsbeurteilung ausdrückliche Aufmerksamkeit.

Finanzielle Folgen: eine Geldstrafe von 594.000 Pfund Sterling, 5.834 Pfund Verfahrenskosten, ein Opferzuschlag von 2.000 Pfund und 6.000 Pfund Entschädigung an den verletzten Mitarbeiter, fällig bis zum 4. Januar 2027.

Quelle: Food manufacturing giant fined £594,000 after two workers scalded at Melton Mowbray site, 16. September 2026

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