Das mexikanische Instituto Mexicano del Seguro Social (IMSS) führt neue Maßnahmen ein, um den Verwaltungsaufwand für Klein- und Kleinstunternehmen zu verringern und gleichzeitig die Prävention von Arbeitsunfällen zu stärken, wie Prevencionar México am 15. September 2026 berichtete.
Digitale Prämienfestsetzung
Kern der Maßnahmen ist die digitale Festsetzung der Prämie für die Arbeitsrisikoversicherung (Seguro de Riesgos de Trabajo). Kleinstunternehmen können künftig auf die traditionelle jährliche Meldung verzichten und erhalten stattdessen Unterstützung bei der Vermeidung von Arbeitsunfällen. Unternehmen mit durchschnittlich weniger als zehn Beschäftigten konnten bereits zuvor zwischen einer eigenen Festsetzung oder der Zahlung des Standardsatzes ihrer Risikoklasse wählen; diese Wahlmöglichkeit bleibt bestehen, wird nun aber durch digitale Werkzeuge unterstützt.
Begleitung statt Sanktionierung
Neue Kleinstunternehmen erhalten in ihrem ersten Betriebsjahr digitale und virtuelle Unterstützung, mit dem Schwerpunkt auf präventivem statt strafendem Vorgehen. Das IMSS möchte Arbeitgeber so von Anfang an mit ihren Pflichten im Bereich Arbeitssicherheit vertraut machen. Laut IMSS hängt die Arbeitsunfallquote direkt davon ab, wie ein Unternehmen seine Risikoversicherung verwaltet, und ein wirksames Risikomanagement sollte über die reine Verwaltungskonformität hinausgehen und Gefährdungsermittlung, Risikobeurteilung, Mitarbeiterschulung, Unfalluntersuchung und Korrekturmaßnahmen umfassen.
Für EHS-Fachleute weltweit ist dies ein Beispiel dafür, wie Aufsichtsbehörden versuchen, kleine Arbeitgeber – oft das am schwersten erreichbare Segment – durch niedrigschwellige digitale Werkzeuge statt allein durch Kontrolle und Bußgelder bei der Einhaltung von Vorschriften zu unterstützen.
Quelle: Riesgos de trabajo: el IMSS apuesta por más digitalización y prevención de accidentes en las microempresas, 15. September 2026

