Das Sanitär- und Heizungsunternehmen C Watkins Plumbing Ltd aus Ramsgate, Vereinigtes Königreich, wurde zu einer Geldstrafe von 20.000 £ sowie 8.270 £ Verfahrenskosten verurteilt, nachdem auf dem Dach eines Bauprojekts in Staines-upon-Thames, Vereinigtes Königreich, ein Brand ausgebrochen war. Der Brand entstand am 26. Juli 2024, als Funken von Schweißarbeiten nicht abgedecktes Dämmmaterial auf dem Dach entzündeten. Die Gerichtsverhandlung fand am 29. Oktober 2026 vor dem Staines Magistrates‘ Court statt, gut zwei Jahre nach dem Vorfall selbst.
Was lief schief?
Vier Subunternehmer waren auf dem Dach des Projekts Old Telephone Exchange — eines noch im Bau befindlichen Apartmentkomplexes mit 14 Stockwerken — mit dem Einbau einer Wärmepumpe beschäftigt, unter der Leitung von C Watkins Plumbing. Dabei wurde geschweißt, wobei Funken auf nicht abgedecktem hartem Dämmschaum auf dem Dach landeten. Das Material entzündete sich, und das Feuer breitete sich über die gesamte Dachfläche aus, bis es erlosch, weil kein Brennstoff mehr übrig war.
Eine Untersuchung der britischen Arbeitsschutzbehörde Health and Safety Executive (HSE) ergab, dass für diese Heißarbeiten weder eine Risikobewertung noch eine Arbeitsanweisung (method statement) noch eine Arbeitserlaubnis (permit to work) erstellt worden waren, obwohl die eigene Unternehmensrichtlinie dies vorschrieb. Auf dem Dach waren außerdem keine Feuerlöscher und kein Mittel zum Alarmieren vorhanden. Die vier Männer konnten nur durch eine einzige Öffnung im Boden und über eine Leiter zum vierzehnten Stockwerk entkommen; einen anderen Fluchtweg vom Dach aus gab es nicht. Laut HSE-Inspektorin Stephanie Hickford-Smith hatten die vier Männer auf dem Dach Glück, dass sie entkommen konnten („lucky to escape“). Die Pressemitteilung der HSE meldet keine Verletzten oder Opfer bei diesem Vorfall.
Wie entschied das Gericht?
C Watkins Plumbing Ltd bekannte sich schuldig, gegen Regulation 15(2) der Construction (Design and Management) Regulations 2015 (CDM 2015) verstoßen zu haben, die Bauunternehmer verpflichtet, Bauarbeiten unter ihrer Verantwortung so zu planen, zu leiten und zu überwachen, dass sie, soweit vernünftigerweise durchführbar, ohne Gesundheits- und Sicherheitsrisiken ausgeführt werden. Das Staines Magistrates‘ Court verhängte gegen das Unternehmen eine Geldstrafe von 20.000 £ sowie 8.270 £ Verfahrenskosten. Inspektorin Hickford-Smith erklärte, Watkins habe seine eigenen Verfahren für Heißarbeiten nicht eingehalten.
Kontext
Der Fall steht nicht für sich allein. Am 8. August 2019 zerstörte ein Brand den größten Teil der Seniorenresidenz Beechmere in Crewe, Vereinigtes Königreich. Als vermutliche Ursache gelten Heißarbeiten, die ein Dachdeckerunternehmen in den Tagen davor auf einem Terrassenbereich im obersten Stockwerk durchführte. Siebzig Feuerwehrleute bekämpften den Brand; die Bewohner waren rechtzeitig evakuiert worden. Sechs beteiligte Unternehmen wurden wegen Verstößen gegen die britische Brandschutzverordnung (Fire Safety Order) angeklagt; die erste Verhandlung fand im August 2023 statt. Solche Fälle zeigen, warum Heißarbeiten auf Bauprojekten vorab bewertet und während der Ausführung aktiv kontrolliert werden müssen.
Quelle: Pictured: aftermath of apartment roof blaze workers ‚lucky to escape‘ from, 30. Oktober 2026
Zusätzlich recherchiert: Roofing Today, „Roofing company faces hot works fire failure charges“, zu dem vergleichbaren Heißarbeiten-Brand im Beechmere-Komplex in Crewe (2019), 2023.

