Der US-amerikanische Berufsverband AIHA (American Industrial Hygiene Association) hat einen neuen Online-Lernpfad zur Vorbeugung von Lärm und Gehörschäden am Arbeitsplatz gestartet. Die AIHA entwickelt Schulungen, Zertifizierungen und Fachpublikationen für Arbeitshygieniker in den Vereinigten Staaten. Der neue Lernpfad bündelt Material aus Fachkongressen, Fachpublikationen und Interviews mit erfahrenen Praktikern zu einem zusammenhängenden Programm.
Aufbau des Lernpfads
Das Programm umfasst insgesamt 63 Unterrichtsstunden strukturierten Lernmaterials. Es kombiniert Präsentationen und Praxisfälle von AIHA-Kongressen wie AIHce EXP und AIHA Connect, Artikel aus Fachpublikationen und dem Mitgliedermagazin The Synergist, Interviews mit erfahrenen Praktikern sowie zusätzlich ausgewähltes Referenzmaterial wie Leitlinien und Nachschlagewerke. Der Lernpfad führt diese unterschiedlichen Quellen zu einem durchgehenden Programm zusammen.
Drei Stufen, ein zusammenhängender Lernpfad
Der Lernpfad besteht aus drei aufeinanderfolgenden Stufen, von Grundlagenwissen bis hin zu vertiefter Expertise, die sowohl einzeln als auch als Gesamtpaket absolviert werden können. Dieser Stufenaufbau spiegelt die Praxis in der Arbeitshygiene wider, wo die Verantwortung für die Lärmbekämpfung häufig mit zunehmender beruflicher Erfahrung wechselt.
Zielgruppe
Der Lernpfad richtet sich an Fachkräfte mit unterschiedlichem Erfahrungsniveau: von Einsteigern, die Grundlagenwissen zur Lärmbekämpfung aufbauen möchten, bis hin zu Spezialisten, die ihre Expertise weiter vertiefen wollen. Lärmbedingte Gehörschäden zählen laut CDC zu den häufigsten und zugleich am besten vermeidbaren Berufskrankheiten, was kontinuierliche Weiterbildung zu diesem Thema für Arbeitshygieniker, Sicherheitsfachkräfte und andere HSE-Fachkräfte relevant macht, die für Expositionsbewertungen und Präventionsprogramme am Arbeitsplatz verantwortlich sind. Da Lärmbelastung in vielen Branchen vorkommt, ist die Zielgruppe des Lernpfads breit gefasst und nicht auf einen bestimmten Sektor beschränkt.
Kontext
Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC/NIOSH sind in den Vereinigten Staaten jährlich schätzungsweise 27 Millionen Beschäftigte schädlichem Lärm am Arbeitsplatz ausgesetzt, und etwa jeder neunte Beschäftigte in der US-Erwerbsbevölkerung hat Hörprobleme. Berufsbedingte Gehörschäden sind irreversibel, sobald sie auftreten, lassen sich laut derselben Quelle jedoch mit geeigneten Maßnahmen verhindern. In der EU legt die Richtlinie über physikalische Einwirkungen (Lärm) Auslösewerte von 80 und 85 dB(A) sowie einen Grenzwert von 87 dB(A) fest: Ab 80 dB(A) muss der Arbeitgeber Gehörschutz zur Verfügung stellen.
Quelle: AIHA Introduces Noise and Hearing Loss Prevention Learning Pathway, 23. September 2026
Zusätzlich recherchiert: CDC/NIOSH – About Occupational Hearing Loss; EU-Richtlinie 2003/10/EG (physikalische Einwirkungen: Lärm)

